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Wenn Handelsnamen die Chemie verwirren!

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Eine der hartnäckigsten Herausforderungen bei Silikonbeschichtungen besteht darin, wie tief sich Handelsnamen in unseren Formulierungsgewohnheiten verwurzelt haben. Jahrzehntelang haben wir mit bekannten Systemen gearbeitet: Wir verwenden diese Polymermarke, gepaart mit jener Marke von Vernetzern, Modifikatoren und Katalysatoren – jeweils mit einem geschützten Namen.

Viele Unternehmen verankern diese Handelsnamen sogar in ihrer ISO 9001-Dokumentation. Dies erschwert die Anpassung, wenn gleichwertige Materialien verfügbar sind – insbesondere, wenn diese potenziell nachhaltiger, kostengünstiger oder regional bezogen sind.
Die Realität sieht jedoch so aus: Silikonrohstoffe sind oft Massenware. Im Laufe der Jahre habe ich beobachtet, dass dasselbe Molekül unter verschiedenen Handelsnamen verkauft wird, manchmal sogar aus derselben Produktionsstätte. In manchen Fällen wird Material zwischen Lieferanten ausgetauscht, um Frachtkosten zu reduzieren oder die Versorgung auszugleichen, nur um dann unter neuem Namen weiterverkauft zu werden.
Neue Anbieter bieten Transparenz, indem sie Materialien beispielsweise als „Vinylfunktionelles Polymer mit einer Viskosität von 500 mm²/s und einer Reaktivität von 0,4 Mol-% Vi“ kennzeichnen. Viele in der Branche tun sich jedoch schwer, dies direkt mit jahrzehntealten Rezepturen zu vergleichen, die auf veralteten Namen basieren.
Ich arbeitete einmal mit einem Team zusammen, das über 10.000 Silikonformulierungen verwaltete. Viele waren funktional identisch und unterschieden sich lediglich durch die im Datenblatt aufgeführten Markennamen.

Dieses Arbeitsmodell ist in einer Welt, die sich in Richtung schlanker Betriebsabläufe, Kostentransparenz und Umweltverantwortung entwickelt, nicht mehr tragfähig.
Der Weg in die Zukunft liegt darin, Materialien nach ihrer Funktion und Chemie zu definieren, nicht nach ihrer Marketingidentität. Die Dokumentation molekularer Spezifikationen und interner Namenskonventionen ermöglicht Flexibilität, Lieferantendiversifizierung und einen intelligenteren, nachhaltigeren Ansatz bei der Formulierung.
Die Branche braucht keine Revolution – aber mehr Klarheit. Und Klarheit beginnt mit der Chemie.

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