Kosteneinsparungen können eine gute Möglichkeit sein, die Margen zu verbessern, aber nicht jede Abkürzung zahlt sich auf lange Sicht aus.
In einem Unternehmen, für das ich arbeitete, drängte ein neuer Risikokapitalgeber auf schnelle Profitabilität. Ohne Rücksprache mit dem technischen Team ordnete das Management an, den Katalysatorgehalt in Silikonbeschichtungen um XY ppm zu reduzieren – ohne die Kunden zu informieren.
Platin ist teuer, warum hat das technische Team dies also nicht schon früher vorgeschlagen?
Die Antwort kam drei bis sechs Monate später: Eine Welle von Produktfehlern, Kundenbeschwerden und Problemen in den nachgelagerten Prozessen. Die Einsparungen beim Katalysator wurden sofort durch explodierende Retouren, Haftungsansprüche und beschädigte Beziehungen zunichte gemacht.
Die Ironie? Das Unternehmen war ISO 9001 zertifiziert! Doch was nützt eine Zertifizierung, wenn wichtige Produktentscheidungen die Expertise des technischen Teams ignorieren? Und obendrein beauftragte das Management das technische Team, Produktänderungen künftig besser zu dokumentieren und auch an unbeabsichtigte Folgen zu denken :-)!
Die Lehre daraus ist klar: Kostensenkungsentscheidungen sollten technisch begründet und nicht finanziell motiviert sein. Kurzfristige Einsparungen können schnell zu langfristigen Verlusten führen.
Waren Sie oder Ihr Unternehmen schon einmal in einer ähnlichen Situation? Lassen Sie uns darüber sprechen!